Willem Wander van Nieuwkerk (*1955)
Kadanza

Aus dem spielerischen Impetus einer deutlich anwachsenden Lobby für Blockflötenmusik zum Ende des 20. Jahrhunderts schöpft Nieuwkerks Triostück Kadanza seine Energien. Ganz unorthodox paaren sich da Assoziationen an das Genre der Filmmusik mit minimalistischen Motiven und perkussiven Rhythmuspatterns zu einem Musterbeispiel populärer neuer Musik für Blockflötenensemble.

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Anonymus (14. Jh.)
Estampie

Unter den schlichten Tanzgattungen der Spielleute im 13. und 14. Jahrhundert zählt die Estampie zu den bedeutendsten. Ihr unverkennbares Merkmal steht in paarweise wiederholten Melodiezeilen mit unterschiedlichen Schlußfiguren. Wie für die Musik der einfachen Spielleute im ausgehenden Mittelalter üblich, wurde sie zumeist lediglich mündlich tradiert.

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Constanzo Festa (ca. 1480 -1545)
Madrigale

Festa beweist mit seinen Madrigalen, daß er eine besonders glückliche Hand hat, kontrapunktische Vokalsätze mit harmonischem Wohlklang zu verknüpfen. Dabei ist die Dreistimmigkeit die von ihm bevorzugte Satzform. Enggeführte imitierende Einsätze und zwischengeschobene homophone Blöcke unterscheiden seine Kompositionen dabei wesentlich von der Stilistik der englischen oder niederländischen Instrumentalfantasien eines Holborne oder eines Sweelinck.

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Wolfgang Kostujak (*1968) Hommages

Die Hommages versuchen, Strukturen eines assoziativen Gesprächszusammenhangs nachzuzeichnen. Unscheinbare Details von jetzt werden zum Gesprächsstoff von gleich. Dies vollzieht sich vor dem Hintergrund eines - zunächst kaleidoskopartig verzerrten - im lyrischen Mittelteil dann wörtlich zitierten impressionistischen Themas des französischen Komponisten Marcel Dupré (1886 - 1971), welches dann bis zum Ende des Stückes eine Art Nachbild, einen Ohrwurmeffekt erzeugt.Wolfgang Kostujak hat die 1995 entstandene Komposition dem trio vertical total gewidmet.

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Joseph Bodin de Boismortier (1691 - 1755)
Sonate g-moll

Diese Sonate stammt aus der Sammlung "Sonates en trio / pour trois Flutes Traversieres / sans Basse", die 1725 in Paris erschien. Boismortier galt als lustiger, einfallsreicher Komponist, der sich hauptsächlich dem kammermusikalischen Genre widmete. Mit ihren verspielten Gesten spiegelt die Sonate g-moll den typischen Zeitgeschmack im Frankreich des 18. Jahrhunderts wieder.

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Henry Purcell (1659 - 1695)
Three Parts upon a Ground
Antonio Vivaldi (1678 - 1741)
La Follia

Bei der instrumentalen Bearbeitung von Liedern und Tänzen des 16. Jahrhunderts war es gängige Praxis, für einen gleichbleibenden Baß variierende Oberstimmen zu setzen. Für diese Form galt in der Regel ein "Tempus inaequalis", ein Rhytmus im Dreiermetrum. Vergleichbar den festgelegten Akkord- und Baßpatterns im Blues, gab es auch für die Baßsequenzen des 17. Jahrhunderts weitgehend akzeptierte Standards. Beispiele für solche Variationszyklen liegen auf dieser CD mit den "Three Parts" Henry Purcells und der "Sonate a tre" Antonio Vivaldis vor. Der Baßverlauf der 28 Strophen der "Three Parts" folgt dem Muster einer italienischen Romanesca, der Vivaldi-Sonate liegt der Baß der "Follia d´Espagne" zugrunde, einer schlichten portugiesischen Sarabande, die im Laufe des 16. bis 18. Jahrhunderts auftaucht. Purcells experimentelle Polyphonie beschwört immer wieder völlig irrationale Klanggeschichten herauf. Häufig kommt es zwischen "Parts" zum "mi contra fa", zur Gleichzeitigkeit mehrerer tonartlicher Bezüge in verschiedenen Stimmen oder zu bewußt gesetzten Verschiebungen einer Stimme gegen die andere, woi es gelegentlich den Anschein hat, als kennten sich die Stimmen gegenseitig nicht. Die kontrastreiche Dramaturgie changierender Affekte läßt die Komposition Vivaldis zu einem echten Gegenpol zu den "Three Parts" Purcells werden.

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Kasimierz Serocki (1922 - 1981)
Arrangements

Die Arrangements stehen noch heute in der Tradition der experimentellen Avantgarde der achtziger Jahre unseres Jahrhunderts und sind inzwischen zu einem Klassiker der modernen Blockflötenliteratur avanciert. Die Anzahl der Fragmente ist abhängig von der Besetzung des ausführenden Ensembles (von Solo bis Quartett ist alles möglich), die Reihenfolge ist frei kombinierbar.

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Anthony Holborne (ca. 1584 - 1602)
Fantasien

Die den Fantasien des wohl bekanntesten Lautenkomponisten der Generation John Dowlands wurden 1597 als Teil der "Cittharn Schoole" in London veröffentlicht. Fantasien sind im 17. Jahrhundert in England und den Niederlanden Sammelbegriff für linear polyphone Instrumentalstücke mit einzelnen oder mehreren frei erfundenen melodischen Themen, die fugiert durch alle Stimmen geführt werden.

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